Haslauer: Viele Salzburger Betriebe suchen neue Mitarbeiter / Standort beliebt / Vier expandierende Betriebe vorgestellt
Salzburger Landeskorrespondenz, 12.02.2009
(LK) "Die Zeiten werden schwieriger, dennoch gibt es vom Arbeitsmarkt auch gute Nachrichten: Die Wintersaison im Tourismus läuft sehr gut, und es gibt in Salzburg nach wie vor viele Betriebe aus den unterschiedlichsten Branchen, die erweitern und neue Mitarbeiter suchen. Wir freuen uns über diese positiven Signale und unterstützen diese Bestrebungen mit allen Kräften. Klar ist und bleibt aber: Nur die Wirtschaft und die Unternehmer, die an die Zukunft glauben, können dauerhaft Arbeitsplätze schaffen und sichern. Aufgabe der Wirtschaftspolitik ist es, diese Unternehmen zu unterstützen und selber gezielt Investitionen zu tätigen, um frisches Geld in die Wirtschaft zu pumpen", sagte Wirtschaftsreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Wilfried Haslauer heute, Donnerstag, 12. Februar, bei einem Informationsgespräch, bei dem Vertreter von vier expandierenden Betrieben ihre Maßnahmen präsentierten.
Ein Vorteil des Wirtschaftsstandortes Salzburg liege in der klein- und mittelständischen Salzburger Struktur, in der es viele Familienunternehmen gibt, sagte Haslauer weiter. Zudem sei der Tourismus ein wichtiger Konjunktur- und Arbeitsmarktstabilisator. "Der hervorragende Winter bringt ausgezeichnete Auslastungen mit sich, dadurch haben wir weiterhin eine beachtliche Investitionsbereitschaft der Tourismus- und Freizeitwirtschaft, was sich wiederum positiv auf die Salzburger Bau- und Holzwirtschaft sowie auf die Bauzulieferwirtschaft auswirkt", so Wirtschaftsreferent Dr. Haslauer.
Alpen-Maykestag (AMK) verlegt Mailänder Standort nach Puch
AMK ist heute Österreichs führender Hersteller von Zerspannungswerkzeugen. Der Geschäftsbereich "Alpen" liefert Präzisionswerkzeuge für Gewerbe, Handwerk und "Do It Yourself" (DIY). Der Geschäftsbereich "Maykestag" produziert Hochleistungswerkzeuge für die Industrie. Der Standort Puch bei Salzburg spielt eine gewichtige Rolle im Produktions- und Verkaufsverbund des Unternehmens. In Puch befindet sich neben dem Firmen- bzw. Verwaltungssitz auch das zentrale Auslieferungslager für den gesamten weltweiten Vertrieb in mehr als 60 Länder bzw. alle Kontinente. Darüber informierte Geschäftsführer Mag. Christian Köck.
Aktuell sind mehr als 100 qualifizierte Mitarbeiter (von europaweit 800 Mitarbeitern) bei AMK in Puch beschäftigt. Durch die Ausrichtung auf mehrere Produktstandbeine und Vertriebswege sind die Arbeitsplätze relativ krisensicher. In Puch befinden sich auch die Verwaltung und Logistik des zweiten großen Unternehmensbereiches von Reischl – Haas & Sohn (Ofentechnik) mit rund 40 Mitarbeitern. Zusammen stellen diese beiden Unternehmen daher in Puch-Urstein Arbeitsplätze für 140 Mitarbeiter zur Verfügung.
Derzeit werden in Mailand in einem Unternehmen der AMK Reischl GmbH (Maykestag srl) Zerspanungswerkzeuge für die industrielle Metallbearbeitung hergestellt. Die rasante technische Entwicklung der Bearbeitungszentren und der damit verbundenen Hochgeschwindigkeits-Bearbeitung erhöht die Forderungen nach höchster Präzision der Werkzeuge. Diese Qualität kann nur mehr mit modernsten "CNC" – gesteuerten Werkzeugschleifmaschinen – hergestellt werden. Die Investitionskosten für eine derartige Schleifmaschine betragen heute mehr als 300.000 Euro pro Maschine.
Das Unternehmen hat daher beschlossen, den Standort Mailand aufzulassen und den Betrieb nach Puch zu verlegen, was zu einer Verstärkung dieses Standortes führt. Die hohe Qualität der Infrastruktur und die hervorragende Qualifikation der Mitarbeiter sind für das Unternehmen die entscheidenden Argumente für Puch. Die erste Phase wird mit rund 20 Industrieplätzen für hoch qualifizierte Mitarbeiter beginnen. Start soll noch im Frühjahr 2009 sein und innerhalb von zwei Monaten abgeschlossen werden. In Zusammenhang mit den Investitionen in Forschung und Entwicklung könnte mittelfristig (innerhalb von fünf Jahren) bis auf 40 zusätzliche Mitarbeiter aufgestockt werden.
Salzburg Wohnbau stockt Personal auf
"Aber auch bei Wohnbau und Dienstleistung wird ausgebaut und aufgenommen", führte Ing. Christian Struber, MBA, Geschäftsführer der Salzburg Wohnbau aus: "Durch die Zunahme des Bauvolumens von 53 auf 58 Millionen Euro und durch das starke Ansteigen des Sanierungsvolumens, vor allem bei Wärmesanierung und Energiesparen, braucht Salzburg Wohnbau mehr Mitarbeiter. Dazu kommt, dass erst kürzlich ein Tochterunternehmen für Reinigung und Wohnungssanierung gegründet wurde und starke Zuwachsraten in der Hausbetreuung zu verzeichnen sind."
Gesucht werden unter anderem: EDV-Techniker, Bauleiter für Hochbau, Zeichner für die Planungsabteilung, mehrere Hausbetreuer, eine Mitarbeiterin für das Kunden-Center sowie Mitarbeiter für die Buchhaltung und Lehrlinge. Schon in den kommenden Monaten können rund 15 Mitarbeiter aufgenommen werden.
Die GTB Bau GmbH expandiert
Auch in der Baubranche gibt es nach wie vor Unternehmer, die expandieren wollen, wie beispielsweise Geschäftsführer Dipl.-Ing. Carl Auteried von der GTB Bau GmbH & Co KG. GTB arbeitet in den Bereichen Hochbau, Tief- und Brückenbau, Industrie- und Hallenbau, Leitungsbau (Gas, Wasser, Kanal), Siedlungswasserbau (Pflanzen- und Kleinkläranlagen) und Sanierungen. Die Zentrale befindet sich in Salzburg, eine Filiale gibt es in Vöcklabruck sowie ein Baubüro in Wien. Auteried will im privaten Industriehochbau verstärkt tätig werden und expandieren.
"Derzeit werden Poliere, Bauleiter, Kalkulanten, Bauarbeiter und Kanalbaupartien gesucht. GTB beschäftigt im Schnitt zirka 100 bis 120 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Umsatz von zirka zehn bis elf Millionen Euro. Die Stärke der Firma liegt in der Unternehmensstruktur, die es ermöglicht, sich den stark schwankenden Marktverhältnissen kurzfristig anzupassen sowie in der hohen technischen Ausbildung und langjährigen Erfahrung der Mitarbeiter", so Geschäftsführer Dipl.-Ing. Auteried.
Glas Gasperlmair GmbH in Wagrain baut auf neue Mitarbeiter
Und auch im Süden Salzburgs gibt es produzierende Betriebe wie die Glas Gasperlmair GmbH, die ausbauen und neue Mitarbeiter einstellen: Gasperlmair produziert auf dem Standort Wagrain, in Hallen auf insgesamt 35.000 Quadratmetern, wo täglich 6.000 bis 8.000 Quadratmeter Glas verarbeitet werden. Die Belegschaft besteht aus mehr als 250 Personen, wovon etwa die Hälfte aus Fachkräften und im Betrieb angelernten Kräften besteht. Ein großer Teil der Belegschaft besteht aus Bürofachkräften und leitenden Angestellten, um die bis in das kleinste Detail präzisierte Arbeitsvorbereitung und Logistik zu bewerkstelligen, damit die Philosophie der Termintreue gewährleistet ist. Großen Wert legt die Firma auch auf die Lehrlingsausbildung.
Aktuell werden der Betrieb erweitert sowie die Produktion ausgebaut. Auch hier werden zusätzliche Mitarbeiter benötigt. Die Stellung als Produktions- und Industriebetrieb im Gemeindegefüge einer Tourismusgemeinde wie Wagrain war Gasperlmair immer ein Anliegen. "Wir glauben, dass wir mit unserem Betrieb dazu beitragen, ein repräsentatives Zeugnis der Wirtschaftskraft in der Gemeinde abzugeben", so Geschäftsführer Dr. Peter Gasperlmair.
2008: 19 neue Unternehmen für 200 Mitarbeiter angesiedelt
Dass es immer wieder neue Unternehmen gibt, die nach Salzburg kommen wollen, zeigt die Bilanz der StandortAgentur bei Betriebsansiedelungen: Insgesamt hat die StandortAgentur 2008 19 Unternehmen bei der Ansiedlung in Salzburg unterstützt, wobei elf Unternehmen sich für einen Standort in der Stadt und acht für einen Standort im Land Salzburg entschieden haben. Das Investitionsvolumen der 19 angesiedelten Unternehmen beträgt insgesamt rund 13 Millionen Euro und bietet mehr als 200 Mitarbeitern Beschäftigung. Darunter sind sehr innovative klein- und mittelbetrieblich strukturierte Unternehmen, wie die Firma Cell Mobil GmbH, die Geräte zur Luftpartikelmessung herstellt, oder B & O Wohnungswirtschaft, die auf Gebäudesanierung und auf innovative Lösungen im Energiebereich spezialisiert ist, oder die Firma InnoGarden GmbH, ein innovatives Unternehmen von zwei Salzburgern, die ein hochinnovatives Abdecksystem für Pflanzen erfunden haben.
"Es zeigt sich also, dass Salzburg trotz wirtschaftlich schwieriger Zeiten in der Lage ist, Investitionen und Unternehmen anzuziehen und damit neue Arbeitsplätze zu schaffen. Diese Anstrengungen müssen wir in den kommenden Monaten mehr denn je verstärken", sagte Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Wilfried Haslauer abschließend. |