Eine deutsche Familien-Geschichte mit Salzburger Unterstützung
 
 
  Haslauer: 100.000 Euro aus der Filmförderung für den historischen Fernsehspielfilm "Krupp – Eine deutsche Familie"

(LK) "Filme im und über das Land Salzburg sind ein wichtiger Beitrag zur Bewerbung Salzburgs als Tourismus- und Wirtschaftsstandort. Sie transportieren ein sehr sympathisches Salzburg-Bild auch weit über die Grenzen des deutschen Sprachraums hinaus", das sagte Wirtschafts- und Tourismusreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Wilfried Haslauer heute, Donnerstag, 19. März, anlässlich der bevorstehenden TV-Ausstrahlung des von der kommerziellen Filmförderung des Landes Salzburg unterstützten Filmes "Krupp – Eine deutsche Familie".

Der historische Fernsehspielfilm in drei Teilen wird am 22., 23. und 25. März, jeweils 20.15 Uhr, auf ORF und ZDF ausgestrahlt und wurde heute, Donnerstag, um 11.00 Uhr im Das Kino in Salzburg in Anwesenheit von Regisseur Carlo Rola vorgeführt. Der Film wurde mit 100.000 Euro aus der Filmförderung aus dem Ressort von Landeshauptmann-Stellvertreter Haslauer unterstützt, Landeshauptmann-Stellvertreter Haslauer hat darüber hinaus maßgeblich dazu beigetragen, dass das Schloss Blühnbach im Blühnbachtal in Werfen für die Drehaufnahmen seine Tore öffnete. "Salzburg hat sich in kürzester Zeit als bedeutender Filmstandort etabliert", so Landeshauptmann-Stellvertreter Haslauer. In den vergangenen Jahren wurden etwa 50 Filmprojekte mit einer Gesamtförderung von rund 4,3 Millionen Euro gefördert, das bedeutet eine Wertschöpfung von etwa 16,5 Millionen Euro in sieben Jahren. Es wurden rund 180 Millionen Fernsehzuseher erreicht.

Der Film wurde in insgesamt fünf Monaten in Deutschland, Österreich, auf Capri und Marokko gedreht, davon fünf Tage im September 2008 in Salzburg. In den wichtigsten Rollen sind Iris Berben, Benjamin Sadler, Heino Ferch, Mavie Hörbiger, Barbara Auer und Nikolai Kinski zu sehen. Die Regie führte Carlo Rola, das Drehbuch stammt von Christian Schnalke, die Kamera führte Frank Küpper, Produzent ist Oliver Berben, die Herstellung leitete Jens Susa. Die Produktionskosten beliefen sich auf 11,5 Millionen Euro, der Wertschöpfungseffekt für das Land Salzburg beträgt etwa 394.000 Euro. Neben dem Schloss Blühnbach sind in dem Film außerdem noch das Schloss Leopoldskron, der Stieglkeller, der Dachstein, Hintersee, Filzmoos und Abtenau zu sehen.

Facettenreiche Familien-Geschichte aus Deutschland

Die Geschichte der Krupps im 20. Jahrhundert ist eines der spannendsten, facettenreichsten Kapitel der jüngeren deutschen Vergangenheit. Sie ist Erfolgsstory, Skandalreport, Polit-Thriller und menschliche Tragödie zugleich. Innerhalb weniger Generationen war die kleine, aber gewiefte Unternehmersippe aus dem Ruhrgebiet zu einer der einflussreichsten und prominentesten Industriellenfamilien der Welt aufgestiegen. Die Krupps erfanden Wohlfahrtssysteme und heizten Weltkriege an, sie paktierten mit Monarchen und mit Diktatoren, sie wurden gefürchtet und gefeiert, hofiert und angeklagt, sie schlugen jede Konkurrenz skrupellos ins Feld und standen immer wieder vor dem selber verschuldeten Ruin. Dank ihrer kompromisslosen Ehr- und Pflichterfüllung gelang es ihnen, ihr Imperium aus Stahl nach jeder Niederlage wieder zu neuer Größe aufzubauen, bis sich "der letzte Krupp" nach dem Zweiten Weltkrieg dazu entschloss, das traditionsreiche Familienunternehmen in eine Stiftung umzuwandeln; eine hart umkämpfte, folgenschwere Entscheidung, die der Firma das wirtschaftliche Überleben sichern sollte – und zugleich den Untergang einer ganzen Dynastie besiegelte. Die Geschichte der beiden "letzten Krupps" handelt von Macht und Ohnmacht, von Verantwortung und Schuld – in politischer und gesellschaftlicher ebenso wie persönlicher Hinsicht. Sie zeigt, wie die Pflicht für ein großes Ganzes mit der ganz individuellen Verantwortung für sich selber und andere Menschen in Konflikt gerät. Und sie beschreibt die gefährliche Faszination der Macht im Angesicht der schier unglaublichen Dimension eines einzelnen Unternehmens. n65-54

Salzburger Landeskorrespondenz, 19.03.2009