Als EURO-Partner rückt die Schweiz wieder stärker ins Interesse der Österreicher. Jetzt warb LH-Stv. Wilfried Haslauer in der Stadt Bern für den Standort Salzburg.
Lange beherrschte er die humoristische Szene in der Schweiz, jetzt ist er so gut wie ausgestorben: Der Österreicherwitz. In den vergangenen Jahren sei die wirtschaftliche Entwicklung in Österreich deutlich dynamischer verlaufen als in der Schweiz, sagt der österreichische Handelsdelegierte Karl Zyla. Damit hätten sich die einst belächelten Nachbarn Respekt verschafft.
Und bei uns? Das einstige Vorbild Schweiz ist nach der EU-Osterweiterung ein bisschen aus dem Blickfeld verschwunden. "Völlig zu Unrecht. Die Schweiz ist unser viertwichtigster Handelspartner. Österreich wird hier in der Schweiz viel stärker in den Medien wahrgenommen, als das umgekehrt der Fall ist. Die Schweizer verfolgen die Entwicklung in Österreich sehr präzise, weil es nach dem EU-Beitritt gleichsam einen Gegenentwurf zum eigenen Modell darstellt", sagt unser Botschafter in Bern, Hans Peter Manz. Immerhin biete die EURO die Chance, den Dialog wieder zu verstärken.
So haben Salzburg und Bern die EM zum Anlass genommen, eine Partnerschaft abzuschließen. "Es geht darum, den Kontakt zu vertiefen und das Land kennen zu lernen. Der Kanton Bern ist dem Land Salzburg sehr ähnlich, ein Vergleich eine gute Standortbestimmung für uns. Da ist es schon ordentlich, wenn wir im Bruttoregionalprodukt vorn liegen", sagte LH-Stv. Wilfried Haslauer (ÖVP).
Haslauer reiste zu Wochenbeginn mit einer Wirtschaftsdelegation nach Bern und traf unter anderem Stadtpräsident (= Bgm.) Alexander Tschäppät und Regierungspräsident (= LH) Urs Gasche. Bei einem Gespräch mit Wirtschaftstreibenden schlug Haslauer die Werbetrommel für den Biotech-Standort Salzburg.
"Man darf sich jetzt nicht erwarten, dass jemand aufzeigt und sagt: ,Ich komme", so Haslauer. Aber es könne im Nachhinein durchaus zu Kontakten kommen. Botschafter Manz hält solche Werbeauftritte regionaler Wirtschaftsstandorte gar für "essenziell". Da traf es sich gut, dass Salzburg in Bern auch kulturell punkten konnte. Präsidentin Helga Rabl-Stadler stellte bei einem Empfang das Festspielprogramm 2008 vor. |