Salzburg hält sich weiter in der EU-Spitzengruppe

04. Oktober 2017

Der Wirtschaftsstandort behauptet sich unter den 30-Top-Regionen. Salzburg punktet mit Beschäftigung, Ausbildung und im Tourismus. Bei der Wirtschaftsleistung pro Kopf landet Salzburg erneut auf Platz 20. Ein Wermutstropfen sind die relativ niedrigen Ausgaben für Forschung & Entwicklung (F&E-Quote).

Salzburg mischt beim Wettbewerb der Wirtschaftsstandorte weiter im Spitzenfeld mit. Das ist das Ergebnis einer Analyse, die die Stabstelle Wirtschafts- und Standortpolitik der WKS für das Vorjahr veröffentlicht hat. Dabei wurden aus 276 europäische Regionen die 30 besten Regionen herausgefiltert. "Wir können stolz darauf sein, wie sich Salzburg entwickelt hat", sagt Helmut Eymannsberger, Leiter der Stabstelle Wirtschafts- und Standortpolitik der WKS. "Die große Stärke des Wirtschaftsstandorts ist die Vielfalt." Salzburg sei ein Tourismusland. Weitere Stärken liegen im Gewerbe und Handwerk, im Handel und im Verkehr. "Und zu guter letzt haben wir auch eine kleine, feine Industrie."

Bei der Wirtschaftsleistung erreichte Salzburg erneut Platz 20

Helmut Eymannsberger: "Unser Bundesland findet sich als Wirtschaftsregion in den meisten Kategorien sehr weit vorn oder ist im mittleren Bereich angesiedelt. Salzburg gehört damit nach wie vor zu den leistungsfähigsten Regionen der ganzen EU." Vergleicht man die Pro-Kopf-Wirtschaftsleistung (umgerechnet in Kaufkraftstandards, KKS) der 30 besten EU-Regionen, so kommt auf jeden Salzburger ein Bruttoinlandsprodukt von 43.200 KKS. Salzburg erreicht damit erneut den 20. Platz (2015: 20. Rang). Nur Wien als Millionenstadt (Rang 17) liegt österreichweit vor Salzburg. Die größte Wirtschaftskraft pro Kopf findet sich in Inner-London mit (167.500 KKS), Luxemburg (76.200), Hamburg (59.500) und Brüssel (59.200).

Prag hat mit 2,2 Prozent die geringste Arbeitslosenquote

Salzburg erreichte 2016 mit einer Arbeitslosenrate von 3,4 Prozent (nach EU-Zählmethode) den niedrigsten Wert Österreichs, was in der Gruppe der besten EU-Regionen den achten Rang ergibt (2015: 6. Rang). Hier muss sich Salzburg der Region Prag (1. Platz mit 2,2%) geschlagen geben, vor allem aber den starken Industrieregionen Deutschlands, die früher aus dem Konjunkturtief herausgefunden haben. So haben die Regionen München und Oberbayern (2,4%), Mittelfranken (2,5%) und Tübingen (2,6%) die Arbeitslosenraten in zehn Jahren mehr als halbiert, während in Salzburg erst seit Anfang 2016 die Arbeitslosigkeit sinkt. Auf dem neunten und zehnten Rang nach Salzburg folgen Vorarlberg und Tirol (3,5%).

In der Region München ist die Jugendarbeitslosigkeit am geringsten

Sehr gut schneidet Salzburg auch bei der Jugendarbeitslosigkeit ab. Mit einer Jugendarbeitslosenquote von 4,6 Prozent führt Oberbayern mit München die Riege an - gefolgt von Tübingen (4,6%), Karlsruhe (6,2%) und Stuttgart (6,5%). Tirol (7,2%) und Salzburg (8,1%) folgen auf den Plätzen sechs und neun.

Wirtschaftskammer sieht Salzburg bei der Bildung im Spitzenfeld

Auch bei der Bildung rangiert Salzburg im Spitzenfeld. Zwar landet die Region beim Vergleich der akademischen Bildungsabschlüsse in der Gruppe der 25- bis 64-Jährigen mit einer Quote von 31,5 Prozent nur im unteren Drittel. Entscheidend sei aber die Verfügbarkeit von gut ausgebildeten Fachkräften - etwa durch die Ausbildung in der Lehre und in berufsbildenden Schulen, heißt es in der Wirtschaftskammer. Hier führen die westösterreichischen Regionen gemeinsam mit der niederländischen Region Groningen das Ranking an: So sind in Tirol 73,4 Prozent der Schüler in einer berufsbildenden mittleren oder höheren Schule, in einer Lehre oder vergleichbaren Ausbildungen. Das ergibt den ersten Rang. Es folgen Groningen (73,3%), Vorarlberg (72%) und Salzburg (70,6%).

Ein Dreigestirn beim Tourismus: Südtirol, Tirol und Salzburg

Der Regionenvergleich zeigt, wie sehr Salzburg vom Tourismus geprägt ist. Hier hat sich in der europäischen Spitzengruppe gegen der vorjährige Untersuchung nichts geändert. Bozen, Salzburg und Tirol sind die "tourismusintensivsten" Regionen Europas (Verhältnis der Übernachtungen zur ansässigen Bevölkerung). Südtirol nimmt Rang 1 mit einem Wert von 56,78 ein. Es folgen Tirol mit 48,5 und Salzburg mit 40,12.

Bei der F&E-Quote liegt Salzburg nur auf dem 25. Rang

Ein Wermutstropfen ist das Ergebnis beim Vergleich der Ausgaben für Forschung & Entwicklung (F&E): In dieser Kategorie landete Salzburg auf dem 25. Rang. Allerdings gibt WKS-Experte Eymannsberger zu bedenken, dass dabei die absoluten Ausgaben für Forschung & Entwicklung verglichen wurden. Bei einem Pro-Kopf-Vergleich würde Salzburg "gar nicht so schlecht abschneiden".

Quelle: SN, 3. 10. 2017