Pharmazie-Studium startet im Ausweichquartier

13. September 2017

Die ersten Studenten am neuen Institut für Pharmazie besuchen seit einer Woche die Vorlesungen. Während sie an die öffentliche Universität ausweichen, wird für sie ein 22-Millionen-Bau errichtet.

Man freue sich, 26 kompetente und hochmotivierte Studenten für Salzburg gewonnen zu haben. Das sagt Johanna Pachmayr, die das neue Studium für Pharmazie der Privaten Medizinuniversität (PMU) in Salzburg leitet. Während die Verantwortlichen am Mittwoch in den Räumlichkeiten der PMU in der Strubergasse in Salzburg-Lehen das neue Studium vorstellten, besuchten die Studenten an der Naturwissenschaftlichen Fakultät in Freisaal ihre erste Vorlesung. Es wird noch bis zum Sommersemester 2019 dauern, bis die Studenten ebenfalls in die Strubergasse einziehen können. An dem Universitätsgebäude wird noch geba

Neues Universitätsgebäude kostet 22 Millionen

 

Derzeit wird das Fundament errichtet. Neben Vorlesungssälen werden die Studenten hier auch Übungslabors bekommen. 22 Millionen kostet der Bau. Zwei Millionen davon zahlt das Land Salzburg, 550.000 kommen von der Stadt. Den Rest übernehmen private Sponsoren, darunter Dietrich Mateschitz, der laut Universitätsrektor Herbert Resch auch eine Ausfallshaftung für den Studienbetrieb übernommen hat, und das Pharmaunternehmen Ever mit Sitz in St. Gilgen. Eigentümer Friedrich Hillebrand bietet den Studenten zudem Praktikumsplätze. Er erhofft sich seinerseits, dass einige der Absolventen schließlich auch den Weg in sein Unternehmen finden werden. "Die Erwartungshaltung ist groß, dass sich das Studium von den bestehenden Universitäten abhebt. Ich gehe davon aus, dass die Studenten schnell durch das Studium geführt werden."

Auch Apothekerverband unterstützt Studium

Hohe Erwartungen setzt auch der Apothekerverband in das Studium, sagt Thomas Veitschegger, Vizepräsident des Verbandes. "In den Curricula der öffentlichen Universitäten finden wir uns teilweise nicht wieder", sagt Veitschegger. So gebe es dort keinen Fokus auf die Zusammenarbeit mit den Medizinern, die mittlerweile zur täglichen Arbeit der Pharmazeuten gehöre. Auch ökonomische Aspekte der Arbeit kämen an den öffentlichen Universitäten zu wenig vor.

48 Bewerber im ersten Studienjahr

Ausgelegt wurde das Studium für 50 Studenten pro Jahr. Für heuer hatten sich 48 Interessierte beworben, 26 Studenten wurden schließlich genommen. Man gehe aber davon aus, dass sich die Klassen von Jahr zu Jahr weiter füllen werden, sagt Universitätsrektor Herbert Resch. Eine gewisse Anlaufzeit gesteht auch das Land Salzburg der privaten Universität zu. Für den laufenden Betrieb werden in den ersten vier Jahren jeweils 500.000 Euro zugeschossen, sagt Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP). Danach sollen die Beiträge der Studenten den Betrieb finanzieren. Die zahlen pro Jahr 14.200 Euro um an der Universität studieren zu können. Das Pharmaziestudium dauert fünf Jahre.

Quelle: SN, 13.09.2017